Direktverrechnung Land Tirol

Leistungen der mobilen Pflege direkt mit dem Land Tirol (Abteilung Pflege) abrechnen – nach Leistungscode und Normkostensatz, mit Monatsabschluss und Prüfung.

Beta

Die Direktverrechnung mit dem Land Tirol befindet sich in der Beta-Phase. Die Berechnung nach Normkostensätzen und der Monatsabschluss sind verfügbar, einzelne Schritte – insbesondere die Übermittlung an das Land – werden noch ergänzt. Prüfen Sie die Ergebnisse vor der Einreichung und melden Sie Auffälligkeiten an office@jfk-enterprise.com.

Mit der Direktverrechnung Land Tirol rechnen Sie Leistungen der mobilen Pflege nicht mit den Klient:innen, sondern direkt mit dem Land Tirol (Abteilung Pflege) ab. WundBüro bewertet jeden Einsatz automatisch nach Leistungscode und dem gültigen Normkostensatz, erkennt Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge und prüft den Abrechnungsmonat vor dem Abschluss auf Vollständigkeit und die Vorgaben des Landes.

Voraussetzungen

  • Ihr Abonnement enthält die Direktverrechnung Land Tirol. Ist sie nicht enthalten, weist WundBüro in den Einstellungen darauf hin.
  • Die Abrechnungsfunktion ist eingerichtet (Firmendaten unter Einstellungen → Firmendaten & Abrechnung).
  • Sie sind vom Land Tirol als Anbieter für die Direktverrechnung zugelassen.

Aktivieren

  1. Öffnen Sie Einstellungen → Firmendaten & Abrechnung.
  2. Schalten Sie Direktverrechnung Land Tirol ein und speichern Sie.

Danach erscheinen der Reiter Land Tirol in der Patientenakte, die Abrechnungsart Land Tirol in Tickets und der Monatsabschluss Land Tirol in der Ticketübersicht. Solange die Option ausgeschaltet ist, bleiben alle Land-Funktionen verborgen.

Ablauf im Überblick

  1. Klient:in erfassen – Stammdaten, Pflegestufe und Bemessungsgrundlage im Reiter Land Tirol.
  2. Ticket anlegen – Abrechnungsart Land Tirol (Direktverrechnung) wählen.
  3. Einsätze dokumentieren – je Eintrag Leistungscode, Uhrzeit von/bis und Wegzeit.
  4. Monat prüfen – Vorschau und Prüfung im Monatsabschluss Land Tirol.
  5. Monat abschließen – Einträge werden gesperrt, Status wird bis Bezahlt nachgeführt.

1. Klient:innen-Daten (Reiter „Land Tirol“)

In der Patientenakte finden Sie den Reiter Land Tirol. Hier erfassen Sie alle Angaben, die das Land für die Abrechnung verlangt. Solange Pflichtangaben fehlen, zeigt WundBüro Fehlende Pflichtfelder an; sind alle Angaben vollständig, erscheint Exportfähig.

Stammdaten – für die Abrechnung werden unter anderem Sozialversicherungsnummer, Geschlecht, Geburtsdatum, Anschrift (Straße, PLZ, Ort, Land), Staatsbürgerschaft und Familienstand benötigt. Diese Felder pflegen Sie in den Patientendaten.

Pflegegeld & Sozialversicherung

FeldHinweis
Externe Adressnr.Adressnummer der Klient:in beim Land Tirol
Pflegestufe / gültig aboder Keine Pflegestufe
Pflegegeld (monatlich)alternativ Pflegegeld beantragt (Bescheid ausständig)
SV-Trägerz. B. ÖGK, BVAEB, SVS – bei bestimmten Leistungen Pflicht
BezirkWohnbezirk der Klient:in
Erstgespräch amDatum des Erstgesprächs
Pflege- und Betreuungsvereinbarung vomDatum der unterschriebenen Vereinbarung
Arztbrief liegt vorKennzeichen, falls ärztliche Anordnung vorliegt
Ausgleichszulagen- / Mindestsicherungsbezieherführt zum 50 % Mindestselbstbehalt

Bemessungsgrundlage (BMG) – WundBüro berechnet die Bemessungsgrundlage nach dem Leitfaden des Landes Tirol:

BMG = Summe Einnahmen − Summe Ausgaben

Einnahmen: Nettoeinkommen/-pension, sonstige Einkommen und Pflegegeld. Ausgaben: Wohnkosten, Betriebskosten, Lebensunterhalt, Unterhaltszahlungen und andere Pflege-/Betreuungsleistungen.

Wohn- und Betriebskosten werden bis zum jeweiligen Höchstsatz anerkannt, wenn sie nachgewiesen sind – ohne Nachweis setzt WundBüro automatisch die Pauschale an. Der Lebensunterhalt ergibt sich aus der Zahl der Volljährigen und Minderjährigen im Haushalt. Die Sätze sind versioniert, sodass die jährliche Anpassung des Landes (jeweils ab 1. April) ältere Berechnungen nicht verändert.

Wurde das Einkommen nicht offengelegt, aktivieren Sie Einkommen nicht offengelegt (höchste Stufe). Halten Sie außerdem fest, wann Einnahmen und Ausgaben erhoben wurden.

2. Ticket mit Abrechnungsart „Land Tirol“

Beim Anlegen eines Tickets wählen Sie unter Abrechnungsart:

  • Privat / Krankenkasse – bisherige Abrechnung mit Stundensatz und Material.
  • Land Tirol (Direktverrechnung) – Einträge werden nach Leistungscode und Normkostensatz bewertet.

Die Abrechnungsart kann nach der Rechnungsstellung nicht mehr geändert werden.

3. Einsätze erfassen

In einem Land-Ticket erfassen Sie pro Einsatz:

FeldBeschreibung
LeistungscodeBasiscode der Leistung, z. B. MHKP (Medizinische Hauskrankenpflege) oder MEG (Erstgespräch). Die Suche findet Code oder Name.
Von / BisBeginn und Ende des Einsatzes. Einsätze über Mitternacht werden erkannt.
Wegzeit (Min.)Anfahrtszeit – wird mit dem Wegzeit-Code der jeweiligen Berufsgruppe verrechnet.

WundBüro berechnet daraus sofort den Betrag lt. Normkostensatz. Dabei gilt:

  • Zeitbänder: Werktag, Sonn-/Feiertag, Nacht (22–6 Uhr) sowie Nacht an Sonn-/Feiertagen. Einsätze, die eine Grenze (06:00, 22:00, Mitternacht) überschreiten, werden aufgeteilt und jeder Teil mit dem passenden Satz bewertet.
  • Codevarianten: Sie wählen nur den Basiscode – die Sonn-/Feiertags- und Nachtvariante (z. B. Wegzeit MWZ → MWZS / MWZN) wird automatisch gesetzt.
  • Mindestdauer: Kurze Kontakte der Hauskrankenpflege werden mit der Mindestdauer von 15 Minuten verrechnet.
  • Feiertage: Es gelten die gesetzlichen Feiertage in Österreich inklusive der beweglichen Feiertage (Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam).
  • Normkostensätze: Es wird der am Einsatztag gültige Satz verwendet. Fehlt für einen Code ein gültiger Satz, kann der Eintrag nicht bepreist werden und wird in der Prüfung gemeldet.

4. Monatsabschluss

Unter Tickets → Monatsabschluss Land Tirol rechnen Sie einen Monat ab:

  1. Abrechnungsmonat wählen.
  2. Vorschau zeigt Anzahl der Einträge und Klient:innen, Stunden, Betrag sowie Fehler.
  3. Monat anlegen erstellt einen Entwurf. Mit Prüfen wird er jederzeit neu validiert.
  4. Abschließen – nur möglich, wenn keine Fehler mehr vorliegen.

Was geprüft wird

BereichPrüfung
Klient:inLand-Daten (Adressnummer, Pflegestufe, BMG) vorhanden, Pflichtfelder befüllt, zulässige Feldlängen, keine Strichpunkte oder Zeilenumbrüche
EintragLeistungscode, Uhrzeit von/bis und Bepreisung vorhanden; SV-Träger gesetzt, wenn der Code ihn verlangt; Höchstdauer je Kontakt eingehalten
Erstgesprächhöchstens 2 Std., höchstens ein Erstgespräch pro Monat, frühestens 6 Monate nach der letzten Leistung (sonst Ansuchen ans Land nötig)
Monatsmaximumhöchstens 90 Std. Betreuung pro Klient:in; Hauswirtschaft höchstens 15 Std. (20 Std. bei mehreren betreuten Personen im Haushalt)

Jede Beanstandung nennt Klient:in und Eintrag, sodass Sie sie direkt korrigieren können. Ist alles in Ordnung, erscheint Keine Beanstandungen – der Monat kann abgeschlossen werden.

Status und Sperre

StatusBedeutung
EntwurfMonat angelegt, Einträge noch bearbeitbar
AbgeschlossenEinträge sind dem Abschluss zugeordnet und gesperrt
ÜbermitteltAbrechnung wurde an das Land eingereicht
BezahltZahlung des Landes ist eingegangen

Ein abgeschlossener Monat kann über Wieder öffnen zurück in den Entwurf gesetzt werden, solange er noch nicht als übermittelt markiert ist. Danach laufen Korrekturen und vergessene Einsätze über eine Nachverrechnung: Legen Sie für denselben Monat erneut einen Abschluss an – WundBüro übernimmt nur die noch nicht abgerechneten Einträge und kennzeichnet ihn als Nachverrechnung.

Einschränkungen in der Beta

  • Übermittlung: Die Status Übermittelt und Bezahlt setzen Sie derzeit manuell. Eine Exportdatei für das Land wird nachgereicht.
  • Josefitag (19. März): Ob der Tiroler Landesfeiertag zuschlagsrelevant ist, wird mit dem Land geklärt; derzeit wird er nicht als Feiertag bewertet.
  • Tarifart: Es werden die Standard-Normkostensätze verwendet.

Kontrollieren Sie Beträge und Prüfergebnisse in der Beta-Phase vor jeder Einreichung.

Siehe auch

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